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Rheniumhaus REHAU AG + Co

Das 1968 gebaute Rheniumhaus im oberfränkischen Rehau stellte zu seiner Entstehungszeit eines der ersten Großraumbüros dar. Beruhend auf Untersuchungen von Arbeitsabläufen wurde sich in der Planungsphase bewusst gegen die damals üblichen Zellenbüros entschieden und für die kaufmännische Verwaltung der damaligen Firma REHAU PLASTICS ein Konzept entworfen, das einen großen Schreibsaal und zentrale Funktions- und Erholungsräume für die Mitarbeiter vorsah.

Nach zahlreichen Umbauten über die Jahre sind die offenen Büroflächen heute immer noch das grundlegende Konzept des 2012 generalsanierten Bestands. Als Corporate Head Office der heutigen REHAU AG bietet es Platz für 220 Mitarbeiter und fungiert als Konferenz- und Schulungszentrum des Unternehmens, das jährlich um die 4.000 externe Besucher verzeichnet.

 © Stefan Meyer
© Stefan Meyer

Das ursprüngliche Konzept wurde zugunsten bedarfsorientierter Raumgestaltung durch Zonierung in drei unterschiedliche Nutzungsbereiche aufgeteilt. Öffentliche Flächen zeichnen sich durch begegnungsfreundliche Innenausstattung, großzügige Kommunikations­zonen und lebendiges Ambiente aus. Im Empfangsbereich und der Lounge des Gebäudes sorgen eine Espressobar und anspruchsvolle Möblierung für Austausch zwischen Mitarbeitern und Besuchern. Intermediäre Orte strahlen eine ruhige und dennoch nicht abgeschiedene Raumwirkung aus. Sie bieten die Möglichkeit zu konzentrierter Arbeit und vermitteln ein Gefühl der Zurückgezogenheit. Die Gestaltung dieser Bereiche trägt dazu bei, zu spontaner Kommunikation zu motivieren, ohne auf räumliche Offenheit zu verzichten. Bei den sogenannten Enclosed Space-Bereichen des Rheniumhauses handelt es sich um die Flächen, die für Konferenzen und Schulungen zur Verfügung stehen. Nischen des Gebäudes wurden nutzbar gemacht, die von den öffentlichen Räumen optisch geschützt sind. Eine Atmosphäre der Ruhe wird durch bronzefarbenes Glas, weiche Teppiche und in matten Tönen gehaltene Decken erzeugt. Materiell bedient sich der Enclosed Space außerdem des grüngelben Schiefers der prägend für die Geologie des Hanges ist, an den der Bau angegliedert ist. Neben der Erweiterung des Großraumkonzepts spielte bei der Sanierung vor allem auch der ökologische Aspekt eine tragende Rolle. Im Gegensatz zu früher werden heute zwei Drittel der benötigten Energie aus regenerativen Quellen gewonnen. Maßgeblich tragen hierzu ein Blockheizkraftwerk, welches zukünftig mit Biogas betrieben wird, sowie geothermische Wärmegewinne bei.

Den Planern gelang es mit dem Umbau des Rheniumhauses, den architekturgeschichtlich bedeutenden Bestand umfassend zu modernisieren ohne das ursprüngliche Raumkonzept grundlegend zu verändern. Die historischen Ideale wurden an heutige Maßstäbe angepasst und zeitgemäß weiterentwickelt. Der für die Tradition der REHAU AG bedeutende Bau behält somit die Persönlichkeit, die ihn mit seinem Bauherren verbindet.

Baujahr
2012
Bauherr
REHAU AG + Co
Fläche
ca. 2.000 m² BGF
Standort
Otto-Hahn-Straße 2
95111 Rehau
Deutschland
Beteiligte
Landschaftsarchitektur: atelier le balto, Fotografie: Stefan Meyer

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